Zirkon- das weiße Gold

Zirkon in aller Munde

Im Jahr 1995 hat Zirkon in der Zahnmedizin Einzug gehalten. Zuvor hat man die Eigenschaften dieses Materials aber auch schon in anderen Bereichen der Medizin schätzen gelernt. Zum Beispiel bei Hüftgelenken. Weltweit wird Zirkon heute für die Herstellung künstlicher Gelenke verwendet. Warum also sollte es nicht auch für Zahnersatz, sprich die Kronen - und Brückentechnik verwendet werden?

Zirkon ist eine Oxydkeramik. Richtiger Zirkonium, ist das älteste bekannteste Mineral der Erde. In der Natur kommt es in den Verbindungen Zirkon (SilikatZrSiO4) und Baddeleyit

(Dioxid ZrO2, Zirkoniumdioxid) vor. Für den Zahnersatz wird es mit verschiedenen Materialien legiert (vermischt). Kaum ein anderes Material ist so säurebeständig wie Zirkonium.

Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass die Entdeckung des Materials für die Zahnmedizin einen Meilenstein bedeutet. Die Vorteile gegenüber den bisher gekannten Metallen und Keramiken sind vielfältig.

Wie bei Metallen, entsteht bei der Weiterverarbeitung von Zirkonium kein Oxyd mehr, welches Zahnfleisch und das umliegende Gewebe im Mund nachteilig beeinflusst. Schwarze Ränder an Kronen, durch die Metalloxyde hervorgerufen, sind Geschichte. Zirkonium ist weiß und kann sogar der späteren Zahnfarbe entsprechen eingefärbt werden. Das dunkle Metall unter den Verblendungen Ihrer Kronen, beeinflusst also nicht mehr nachteilig die Farbe des Ersatzzahnes. Hinzukommt die Transmission des Lichtes, also die Möglichkeit des Lichtes durch einen Stoff hindurch zu dringen. Bei Metallen unmöglich. Der Grundstein für die natürliche Erscheinung einer Zahnkrone wird also schon in dem Gerüst (Gerüst = Grundstruktur auf die später andere Keramiken aufgebrannt werden um die Form des Zahnes zu vervollständigen) aus Zirkonium gelegt.

Die hohe Biokompatibilität (Körperverträglichkeit) ist unumstritten. Allergische Reaktionen auf Zirkonium sind nicht bekannt, im Gegensatz zu Metallen aller Art. Außerdem ist nachgewiesen, dass sich das Zahnfleisch an Zirkonium wesentlich besser anschmiegt und auch noch nach vielen Jahren so gesund rosa aussieht, wie an Ihren natürlichen Zähnen. Durch die nachgewiesene sehr geringe Plaqueaffinität (Die Eigenschaft eines Werkstoffes Plaque, also Ablagerungen anzunehmen) ist die Gefahr von Zahnfleischerkrankungen deutlich niedriger.

Elektrische Spannungen wie bei der Verwendung von Metallen im Mund sind ausgeschlossen und wie Sie aus dem täglichen Leben wissen (Geschirr u.s.w.) ist Keramik ein sehr schlechter Wärmeleiter, dass heißt die Empfindlichkeit Ihrer Zähne gegen heiß und kalt ist wesentlich geringer.

Aber noch nicht genug der Vorteile von Zirkonium. Für jeden Patienten ist natürlich die Stabilität und Langlebigkeit eines Zahnersatzes von herausragender Bedeutung. Wir möchten Sie an dieser Stelle nicht mit physikalischen Werten und Studien belasten, wenn Sie dies näher interessiert, fragen Sie Ihren Zahnarzt. Es sei an dieser Stelle nur erwähnt, das die Biegefestigkeit, und auf die kommt es bei Brücken besonders an, um ein mehrfaches höher ist als bei bisher verwendeten Edelmetallen in der Zahnmedizin und in etwa gleich der Biegefestigkeit von Nichtedelmetallen ist. Auch die Druckfestigkeit liegt weit höher als die bisher in der Zahnmedizin geforderten Werte.

Studien der Universität Tübingen, weisen nach, dass bei richtiger Verarbeitung, innerhalb von 5 Jahren keine einzige Brücke aus Zirkonium im Mund zerbrochen ist. Auch die Stabilität des Materials also kann nicht nur überzeugen, sie liegt noch höher als bei bisher verwendeten Edelmetalllegierungen.

Bisher wurden Metalle in eine von dem Zahntechniker zuvor angefertigte Form gegossen um das Gerüst, auf welches die Keramik aufgebrannt wurde herzustellen. Diese Vorgehensweise ist mit Zirkonium nicht möglich. Um Zirkonium zu bearbeiten bedient sich der Zahntechniker heute modernster High Tech Technologie, der Cad/Cam Technik. Mit Hilfe von Scannern wird das Modell der Krone oder der Brücke für einen Patienten eingelesen, der Zahntechniker modelliert dann auf dem visuellen Modell mit Hilfe sehr aufwendiger Software die Krone oder das Brückengerüst. Die daraus gewonnen Daten verarbeitet eine Industriefräse. Diese fräst, in bisher nicht gekannter Genauigkeit, exakt das Gerüst aus einem Zirkoniumblock. Die daraus gewonnene Genauigkeit, die zwingend notwendig für einen Zahnersatz ist, liegt ebenfalls über den über Jahrzehnte geforderten Werten von Universitäten und Zahnärzten.

 

Nichts also spricht heute mehr gegen die Verwendung von Zirkonium in der Zahnmedizin. Im Gegenteil alles spricht dafür und die Entwicklung der Möglichkeiten dieses Werkstoffes steht erst am Anfang.